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genehmigte Auszüge aus Biografien .......Nach dem Krieg lebte meine Familie zunächst wie eine Königsfamilie in einem Schloss. Der Unterschied zu einer richtigen Königsfamilie bestand jedoch darin, dass mit uns noch weitere vier Familien im Schloss Unterschlupf gefunden hatten. Und dann ist da noch das nötige Flüssige, dass man als König so zwischen Daumen und Zeigefinger hat, über das wir nicht verfügten. Dennoch verlebte ich gerade in diesem Haus meine schönsten Kindheitsjahre. Den ganzen Tag war ich mit meinen Freunden unterwegs. Wir hatten viel Fantasie als Kinder. Ständig suchten wir den Geist des ehemaligen Schlossbesitzers und stromerten in den Stallungen umher. Jede Familie hatte ihre Zuteilungen an Gebäuden bekommen. Das störte uns aber nicht. Erwischten uns die Erwachsenen beim Herumtollen, zogen wir in den Schlossgarten oder in die Kellerräume des Hauses. Eines Tages entdeckten wir dort tatsächlich einen Gang. Unsere Neugier kannte keine Grenzen. Obwohl es draußen dunkelte, zog es uns an diesem Abend magisch in die Kellerräume. Wir mussten aufpassen, uns nicht vor unseren Eltern zu verraten. Wir waren geschickt genug. Zum Glück hatten sie nichts mitbekommen. Nach dem Essen trafen wir uns wieder vor der geheimnisvollen Tür. Einer der Freunde kannte sich mit verschlossenen Türen aus und hatte das richtige Werkzeug dabei. Im Handumdrehen war das Türschloss geöffnet. Vor uns befand sich ein Gang, nicht gerade hell aber auch nicht dunkel, denn am Ende schien Licht durch eine leicht angelehnte Tür. Links und rechts an den Wänden hingen Spinnweben. Ich stieß an etwas an und plötzlich. ........ Wir gehörten nicht zu den Leuten, die ihr Haus fluchtartig verlassen mussten. Im Gegenteil, wir zogen schon 1937 nach Vorpommern. Unser Zuhause wurde ein kleines Bahnwärterhäuschen in der Nähe von Demmin. Die Größe des Hauses reichte uns völlig aus, denn es waren nur noch wir beiden Kleinen zu Hause. Die Großen hatten selbst Familie und kamen gelegentlich zu Besuch. Wir richteten uns so gut ein wie wir konnten. Die Schule war in der Stadt. Ich kümmerte mich mit meiner Mutter um den Haushalt. Für mich selbst gab es keine Arbeit, hätte ich aber gerne gehabt. Wir Kinder waren selbständig genug, das wäre kein Problem gewesen. Wir waren alle froh, dass unser Vater Arbeit hatte. Allein deswegen waren wir von Hinterpommern nach Vorpommern gezogen. Überall hatte Vater gelegentlich gearbeitet, in Stettin, Lodz, Stralsund. Er war ja in der damaligen Zeit ein Spezialist, einer von wenigen. Diese Arbeit bedeutete für uns alle mehr Sicherheit. Die Eisenbahn fuhr immer. .........Mein Ruhestand heute ist ein Unruhestand. Ich sollte froh sein, ein schönes Häuschen zu haben. Das Grundstück ist auch nicht übel. Bin ich in meinem kleinen Park, ziehen die Gedanken unwillkürlich auf meinen Pott. Mir gehen Bilder von Häfen im Kopf umher, die wir angelaufen waren. Ich sehe Kneipen und fremde Menschen, die mich beeindruckt haben. Meine kleine "Isabel" nimmt mir die Sehnsucht nach draußen nicht. Und die Frau sagt, sie versteht mich. Neulich gerade machte sie den Vorschlag, mit der "Isabel" und ihr auf Weltreise zu gehen. "So aus der Sicht eines Rentners die Welt zu betrachten, müsste doch noch aufregender sein", meinte sie Jetzt weiß ich nicht, sagte sie es im vollen Ernst oder macht sie sich lustig über mich alten Seebären. Schön wäre es schon. Mit dem Gedanken könnte ich mich anfreunden. Nicht einmal meine Piep .. |
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© 2004 by Dagmar Karin Oldörp |